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Tunesische Keramik und Töpferei

Tonarbeit ist eine von drei Handwerkskünsten, die zusammen mit dem Menschen erschienen, und wie die Textilverarbeitung und die Ledergerberei ist sie in Tunesien seit langer Zeit kulturell fest verankert. Das rührt auch daher, dass schon die Gafser Zivilisation Kontakte pflegte mit dem Ägypten der Pharaos, Griechenland und Persien. 

Traditionell unterscheidet man zwischen zwei Formen der Töpferei : die erste wird durch Männer "gedreht“, die zweite durch Frauen "modelliert“. Letztere findet man auch nur in ländlicher Umgebung und sie ist vorwiegend zweckmässiger Natur. 
Historisch gesehen stellt man den Ursprung einer modellierten Töpferei in Tunesien im frühen Neolithium fest.
Jede Töpferei hat eine an ihre Funktion angepasste Form und Dekoration; jede Form hat einen kulturellen Wert und entspricht einem Bedürfnis.

Die Erneuerung der Töpferei in Tunesien kam mit der Einführung durch die Phönizier, des Töpferdrehbankes. Unter Vereinbarung der Traditionen mit Ideen aus von anderen mediterranen Ländern importierter Töpferei, schöpften die punischen Handwerker neue Formen, wie etwa die Spitzamphoren (welche dem Seetransport dienten) oder die rot und schwarz glasierten Schalen und Teller.

Während der römischen Herrschaft k die Einführung der afrikanischen Sigiläe, erkennbar an der leuchtend roten Paste und den Relief- bzw. Kerbendekorationen mit Blumen-, Tier- oder mythologischen Motiven. 

Gebrannte Erde (Terracota) fand ihre glücklichste Anwendung in den christlichen relief-dekorierten Kacheln.
Aus architektonischen Gründen erhielten diese Kacheln eine vier-eckige Form, welche sich zur Dekoration grosser Wand- und Deckenflächen eignete. Diese Kacheln verdanken ihre Bezeichnung als "christlich“ ihrem ikongraphischen Repertoire sowie ihrer Häufigkeit in byzantinischen Kathedralen, welche Themen aus der Mythologie, der Bibel (Altes und Neues Testament), aus der Tier- und Pflanzenwelt oder der Geometrie enthalten.

Mit dem Aufstieg des Islams kam die Blütezeit der tunesischen Keramik, geprägt durch die Reichhaltigkeit der Formen, die Phantasie der Dekorationen und die Beherrschung der Kunst der Glasur.

Die Aghlabide Keramik mit ihren Blumen-, Tier- und geometrischen Motiven, kündigte die traditionelle Keramik von Nabeul und Djerba an.
Die Fatimides Keramik mischte Tiere und menschliche Figuren mit grosser Harmonie. Mit den Hafsiden wurden die Verzierungen wieder abstrakter und beschränkten sich auf geometrische und Blumenmotive.

Dann kam der Andalusische Einfluss mit der Einführung der Technik des Umrandens emaillierter Formen die es ermöglichte, Kacheln mit vielfarbig glasierter Oberfläche, verziert mit geometrischen Formen, herzu- stellen. Dieser Einfluss bestätigte sich durch den Heiligen Abu El Kacem El Jalizi, wie dessen Mausoleum in Tunis zeigt.

Ab dem 17ten Jahrhundert wurde die tunesische Keramik stark durch den türkischen Einfluss geprägt und bis heute produzieren die in Kallaline nahe Tunis angesiedelten Töpfer eine vielfarbige Keramik die an die ottomanische Türkei erinnert.

So ist jede Region in Tunesien durch eine spezifische Keramik und Töpferei ausgeprägt, unter dem Einfluss vergangener Zivilisationen :

  Guellalla (Djerba) : Berber, griechischer
   und römischer Einfluss 
  Moknine(Sahel) : Berber, byzantini-
   scher und arabischer Einfluss 
  Néapolis(Nabeul) : punischer,römischer
   und andalusischer Einfluss 
  Kallaline(Tunis) : punischer, römischer,
   arabischer und andalusischer Einfluss 

Heutzutage erlebt die tunesische Keramik eine wahre Wiedergeburt durch die Entwicklung des Bauwesens, welche den Aufschwung vieler Produktionseinheiten, sowohl industrieller als auch handwerklicher Natur ermöglicht.

Die tunesische Keramik und Töpferei beschränkt sich lange nicht mehr auf rein zweckmässige Gegenstände, da diese Fertigkeiten einen wachsenden Stellenwert in den schöpferischen Aktivitäten der tunesischen plastischen Künstler ein.

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